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Kinder- und Jugendhilfe für Mädchen

Ansprechpartner

Vogelsbergkreis Region Ost (Stadt und Landkreis Fulda, Stadt Kassel)
Anja Nitz (nitz@schotten-sozial.de) Heike Staudigl (staudigl@schotten-sozial.de)
Carina Trukses (trukses@schotten-sozial.de) Kerstin Keßler (kesslerk@schotten-sozial.de)
Tel. 06641/9123798 Tel. 0160/3665553

Leistungen

Unsere stationären Angebote richten sich an Mädchen und junge Frauen, die Gewalt, insbesondere auch sexualisierte Gewalt, erfahren oder extreme Vernachlässigung erlebt haben. Aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte benötigen sie eine intensive pädagogische, psychotherapeutische und traumazentrierte Begleitung. Wir bieten ihnen eine Lebenswelt, die – wissend um Ursachen – sich an ihren Bedürfnissen, Interessen und Stärken orientiert.

Zentrales Anliegen unserer Arbeit ist es, jedes Mädchen in seinem Geworden-Sein zu erfassen, anzunehmen und individuell zu fördern und dabei in seinem dynamischen und ganzheitlichen Prozess der Identitätsentwicklung zu begleiten und sie in ihren persönlichen Wünschen und Zielen folgend, zu fördern und zu stärken.

Unser Ziel ist es, den Mädchen eine Rückkehr in die Familie zu ermöglichen oder ihnen eine auf längere Zeit angelegte Lebensform anzubieten und sie auf ein selbständiges Leben vorzubereiten.

Unser mädchenspezifischer Ansatz eröffnet neue Lern-, Aktions- und Experimentierfelder. Mädchen erhalten Raum, sich zu erproben, neue Interessen und Fähigkeiten zu entdecken, (sexuelle) Gewalterfahrungen zu verarbeiten und ihre Handlungskompetenzen zu erweitern.

In einem ganzheitlich orientierten Milieu, das Beziehung, Verlässlichkeit, Struktur und emotionale Akzeptanz anbietet, wollen wir den Mädchen auch durch einen geordneten Tagesablauf und klare Regeln bzw. Konsequenzen bei Regelübertritten Orientierung, Halt und Sicherheit geben.

 

Dazu bieten wir ihnen in einem klar strukturierten Alltag

  • Individuelle Perspektiventwicklung sowie Unterstützung bei der Umsetzung
  • Soziales Lernen in der Gemeinschaft
  • Selbstbehauptungsstrategien erlernen, z. B. Nein-Sagen
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Sexualpädagogik
  • Differenzierte schulische und berufliche Förderung und Unterstützung
  • Pädagogische Spiel- und Leseangebote
  • Umgang mit Verantwortung, z. B. Pflege von Kleintieren
  • Umgang mit neuen Medien
  • Erlebnispädagogische Freizeit- und Ferienprojekte
  • Eltern- und Angehörigenarbeit

 

Die pädagogische Arbeit wird durch fortlaufende Einzeltherapien bei unseren Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen bzw. bei externen KollegInnen sowie Reittherapien, Tanztherapien oder kreativen Therapien ergänzt.

Die Hilfeplanung obliegt dem zuständigen Jugendamt. Sie erfolgt in enger Kooperation zwischen dem Mädchen, den Personensorgeberechtigten, den Mitarbeiterinnen der Schottener Soziale Dienste und dem Jugendamt in gegenseitiger Achtung, Respekt und Wertschätzung.

 

Zielgruppe und Aufnahmealter

In der Regel werden Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren aufgenommen. Sie leben in unterschiedlichen meist altershomogenen Wohngruppen. Eine Altersgruppe bilden die 6- bis ca. 14-jährigen Mädchen, die andere die über 14-jährigen Mädchen. Im Verselbständigungsbereich werden aktuell Mädchen und junge Frauen ab 18 Jahren aufgenommen.

Nicht aufnehmen können wir schwer mehrfachbehinderte Mädchen und junge Frauen.

 

Mit unserem Konzept wenden wir uns an Mädchen,

  • die Opfer von physischer, psychischer Gewaltund / oder sexueller Gewalt wurden
  • die körperlich und seelisch misshandelt wurden und in der Folge gravierende Störungen und Schädigungen ihres Selbstwertgefühls, Selbstbewusstseins und Selbstverständnisses zeigen
  • die aufgrund unzureichender Sozialisationsbedingungen in ihrer körperlichen, seelischen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung beeinträchtigt sind
  • die von Konflikten und Gewalt aufgrund unterschiedlicher Wertehorizonte verschiedener kultureller Heimaten betroffen sind

 

Am häufigsten reagieren Mädchen auf das Erlittene mit

  • Weglaufen
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, die zu Schulschwierigkeiten bis hin zur Schulverweigerung führen
  • Verzerrung der Wahrnehmung und Störungen der Emotionen
  • Auto-Aggressionen versus massiver Aggressionsdurchbrüche
  • Suizidversuchen
  • hoher Gewaltbereitschaft
  • einem negativen Selbstbild und einem geringen Selbstwertgefühl
  • Ablehnung des eigenen Körpers
  • gestörtem Essverhalten
  • sexualisiertem Verhalten und Erotisieren von Beziehungen
  • Beziehungsstörungen
  • Flucht aus der unerträglichen Realität mittels Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Störungen des Sozialverhaltens bis hin zur Delinquenz

 

Unsere Angebote im Überblick

Das Spektrum reicht von Wohngruppen über individual sozialpädagogische Maßnahmen bis hin zu Angeboten zur Verselbständigung und ambulanter Unterstützung wie dem Betreuten Wohnen. Wir möchten mit der Breite des Angebotsspektrums jedem Mädchen passgenaue Hilfe anbieten, so unterstützend wie möglich aber nur so eingreifend wie nötig.

Wohngruppen

In unseren intensiv betreuten Wohngruppen (je 8 Plätze) bieten wir eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Ein strukturierter Alltag in einer vertrauensvollen Umgebung bietet den Rahmen, in dem individuelles Wachstum möglich wird. Durch einen am Bedarf der Mädchen orientierten Betreuungsschlüssel ist eine intensive Unterstützung auch im Rahmen einer größeren Gruppe gewährleistet.

Unsere intensiv betreuten Kleingruppen (je 6 Plätze) sind ein Angebot für Mädchen, deren Lebenssituation aktuell oder schon längerfristig durch besondere Problemlagen erheblich erschwert ist. Aufgrund schwerwiegender Symptombildungen bedürfen sie einer intensiven Betreuung in einer Gruppe mit nur wenigen Mitbewohnerinnen.

Individual sozialpädagogische Maßnahmen (ISPM)

In den  Individual-Sozialpädagogischen Maßnahmen leben zwei oder drei Mädchen, die von einem pädagogischen Team im Schichtdienst versorgt und betreut werden. Zumeist führen Handlungsstrategien der Mädchen, die massiv mit geforderten Anpassungsleistungen im Kontext Familie oder Gruppe kollidieren, zu einer konstatierten mangelnden Gruppenfähigkeit. Gefährdungssituationen im bisherigen Umfeld und/oder die Ablehnung gegenüber oder Scheitern in bekannten Hilfesystemen im Gruppenkontext wird mit der engmaschigen und individuellen Betreuung im Rahmen „ISPM“ begegnet.

Die hohe Betreuungsdichte ermöglicht tief-greifende Nachreifungsprozesse auf allen Ebenen und führt zu einer möglichen Integration in größere Gruppen. Im Anschluss an eine ISP-Maßnahme kann ein Wechsel in eine intensiv betreute Kleingruppe oder in eine intensiv betreute Wohngruppe erfolgen.

Verselbständigung

TPTW: Wohnungen mit zwei Plätzen:
Im Therapeutisch-Pädagogischen Trainingswohnen leben zwei junge Frauen in einer Wohnung. Sie setzen ihren Weg in die Selbständigkeit fort, wobei sie von ihrer jeweiligen Bezugsbetreuerin täglich mit einem Wochenkontingent von 10 Stunden begleitet und in lebenspraktischen Dingen angeleitet werden. Beziehungsangebot und Rahmen schaffen verlässliche Strukturen. Darüber hinaus bietet eine 24 h-Rufbereitschaft den jungen Frauen ausreichend Sicherheit.

Betreutes Wohnen: Wohnungen mit je einem Platz

Sobald eine junge Frau in der Lage zu sein scheint, eigenständiger zu leben und diesen Wunsch äußert, kann sie im Rahmen einer ambulanten Betreuung allein in eine Wohnung ziehen. Die junge Erwachsene wird stundenweise ihren individuellen Bedarfen entsprechend von ihrer Bezugsbetreuerin unterstützt - in der Regel nicht mehr täglich, sondern dann, wenn sie es benötigt. Die Betreuung in Form von Fachleistungsstunden ermöglicht eine individuelle themen- und situationsbezogene Unterstützung. Damit wird eine verbindliche Begleitung und der Übergang in die Selbständigkeit gewährleistet.

Die Wohnung kann – falls gewünscht – bei bzw. nach Beendigung der Maßnahme i.d.R. von der jungen Frau übernommen werden.

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Arbeitsweltbezogene Teilhabe

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Weitestgehend selbstständige Lebensführung für Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt.
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